Tower-Flugsicherungsdienste an Schweizer Regionalflughäfen werden liberalisiert

Wie unter anderem das Schweizer Luftfahrtmagazin Cockpit berichtet, ist es in der Schweiz für Regionalflughäfen nunmehr möglich den Betrieb der jeweiligen Tower frei zu vergeben. Bislang durften die Tower an den Regionalflughäfen ausschließlich von der Schweizer Skyguide verantwortet werden. Zukünftig können Flughäfen wie Bern-Belp, St.Gallen-Altenrhein, Grenchen, Lugano, Les Eplatures, Buochs oder Sitten damit ihre Towerdienste ausschreiben. Grund hierfür seien die deutlich gestiegenen Kosten für diese Dienstleistung, welche die Wirtschaftlichkeit der Schweizer Regionalflughäfen erheblich beeinträchtigen würden.Nach Angaben der Schweizer Sonntagszeitung wird bereits von vier ausländischen Anbietern Interesse am Schweizer Markt bekundet. Darunter befänden sich beispielsweise die österreichische Flugsicherung Austro Control sowie auch die DFS Aviation Services aus Deutschland.

Im Gegensatz zur Schweiz dürfen in Deutschland nur an sehr wenigen Standorten die Towerdienste vom Flughafen ausgeschrieben werden. Stattdessen sieht die Flugsicherungs-An- und Abflug-Kostenverordnung (FSAAKV) vor, dass an 16 als „international“ festgelegten Flughäfen die Flugsicherungsdienste ausschließlich von der Deutschen Flugsicherung (DFS) durchgeführt werden dürfen. Der BDF fordert bereits seit längerem eine Öffnung des Marktes für andere Anbieter von Flugsicherungsdiensten, damit auch in Deutschland Flughäfen die Möglichkeit haben, ihre Towerdienste auszuschreiben und wirtschaftlichere Standortkosten zu erzielen. Eine Ausweitung des DFS-Monopols auf andere kleine Flughäfen lehnt der BDF ab, da damit die Nachteile einer Systemfinanzierung nur noch weiter ausgeweitet und keine wirksamen Anreize für eine Verringerung der Standortkosten im Flugsicherungsbereich gesetzt würden.