Single European Sky - BDF fordert zügige Umsetzung und Europa-Dividende für Fluggäste und Umwelt

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften erwartet von der EU und den nationalen Mitgliedstaaten eine zügige Umsetzung des einheitlichen Europäischen Luftraums (Single European Sky, SES). Das erklärte BDF-Geschäftsführer Michael Engel bei einem Round-Table-Gespräch mit dem Berichterstatter des Europäischen Parlaments, MdEP Marian-Jean Marinescu, heute in Berlin. Engel: „Wir haben seit mehr als 20 Jahren einen einheitlichen Europäischen Binnenmarkt und seit mehr als einem Jahrzehnt eine europäische Währung. Das waren sicherlich nicht weniger komplexe europäische Projekte als die Verwirklichung des einheitlichen Europäischen Luftraums. Es ist nun an der Zeit, dass auch die Flugpassagiere, die Umwelt und die europäische Luftfahrt ihre Europa-Dividende in Form kürzerer Flugstrecken, weniger CO2-Emissionen und niedrigerer Kosten bekommen.“

Mit der Verwirklichung des Einheitlichen Europäischen Luftraums verfolgt die EU die Ziele, die Kapazitäten im europäischen Luftraum zu verdreifachen, die Umweltbelastung pro Flug um zehn Prozent und die Kosten für die Flugsicherung um die Hälfte zu senken. Zehn Jahre nach dem ersten Gesetzgebungspaket SES 1 und fünf Jahre nach SES 2 liegt Europa jedoch weit hinter den selbst gesteckten Zielen zurück. Zwar konnten die flugsicherungsbedingten Verspätungen reduziert werden. Nach wie vor aber verursachen überlange Flugrouten, die sich an nationalen Grenzen statt eines vereinten Europas orientieren, jährlich vermeidbare Kosten von über 12 Mrd. Euro und knapp 8 Mio. Tonnen CO2-Emissionen, die eingespart werden könnten. Engel: „Der Single European Sky ist Europas größtes Klimaschutz- und Effizienzprogramm für die Luftfahrt. Wir brauchen seine Umsetzung dringend, wenn wir die Luftfahrt in Europa nachhaltig und wettbewerbsfähig gestalten wollen.“

Eine vollständige Umsetzung eines europäischen Luftraums ist in der Vergangenheit vor allem immer wieder an nationalen Eigeninteressen der Mitgliedstaaten gescheitert. Die EU-Kommission hat deshalb mit einem neuen Gesetzespaket SES 2+ einen erneuten Vorstoß gemacht, die Ziele des Single European Sky schneller zu erreichen. Der Vorschlag der Kommission wird vom Europäischen Parlament unterstützt. Der Ministerrat, in dem die europäischen Nationalstaaten vertreten sind, hat hingegen einige Vorschläge des SES 2+- Pakets zurückgewiesen. Der Vorschlag wird nun im sog. Trilog-Verfahren zwischen Rat, Kommission und Parlament weiter beraten.

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