Produktivität der Flugsicherung in Deutschland sinkt

In Deutschland gibt es insgesamt sechs zugelassene Flugsicherungsorganisationen. Für die Streckenkontrolle sowie die An- und Abflugkontrolle an den 16 internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschlandführt die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) im Monopolauftrag des BMVBS Flugsicherungsdienste durch. Daneben zeichnen zertifizierte und zugelassene Flugsicherungsunternehmen wie bspw. die DFS-Tochtergesellschaft TTC (The Tower Company) oder die österreichische Austro Control an weiteren Flughafenstandorten in Deutschland für die An- und Abflugkontrolle verantwortlich.

Die DFS ist heute ein organisationsprivatisiertes Unternehmen, das sich im ausschließlichen Eigentum der Bundesrepublik Deutschland befindet. Die Aufgaben der DFS sind im Luftverkehrsgesetz (LuftVG) verankert. Für die Inanspruchnahme der Dienstleistungen der DFS zahlen Fluggesellschaften unterschiedliche Gebühren. Diese Flugsicherungsgebühren werden zum einen als Streckengebühr im Inland von der DFS und grenzüberschreitend von EUROCONTROL erhoben. Zum anderen stellt die DFS den Fluggesellschaften eine einheitliche An- und Abfluggebühr an allen von der DFS kontrollierten Flughafenstandorten in Rechnung. Nach dem sog. Vollkostendeckungsprinzip war die DFS bislang berechtigt, alle ihre Kosten in die Berechnung der Gebühren einfließen zu lassen. Eine Effizienzüberprüfung, bspw. im Rahmen eines Regulierungsverfahrens, fand dabei nicht statt.

Die Kosten der DFS sind in den zurückliegenden Jahren dramatisch gestiegen. Allein die Personalkosten der DFS stiegen zwischen 2010 und 2013 um 164 Mio. Euro und das bei einer stagnierenden Zahl der Flugbewegungen in Deutschland. Das entspricht einem Anstieg der Personalkosten um 28% in drei Jahren. Mittlerweile beträgt der Anteil der Personalkosten an den Gesamtkosten der DFS über 75%. Im Jahr 2004 betrug dieser Anteil noch 56% - Ausdruck einer stetig sinkenden Personalproduktivität und Ergebnis von Tarifauseinandersetzungen mit Arbeitskämpfen in einem Unternehmen mit Monopolstatus.