Emissionshandel: Wettbewerbsverzerrungen für deutsche Airlines

Seit Januar 2012 ist der Luftverkehr in den Europäischen Emissionshandel einbezogen. Fluggesellschaften müssen seitdem für ihre CO2-Emissionen jährlich entsprechende Zertifikate bereithalten. Zwar hat die EU-Kommission das EU-Emissionshandelssystem bis Ende 2013 teilweise ausgesetzt. Allerdings bleibt der Emissionshandel für Verbindungen innerhalb der EU bestehen. Deutsche und EU-Fluggesellschaften werden damit weiter exklusiv zur Kasse gebeten, da die meisten außereuropäischen überhaupt keine innereuropäischen Verbindungen anbieten.

Außerdem belastet ein innereuropäisches Emissionshandelssystem die deutschen Fluggesellschaften auf ihren Zubringerverkehren zu ihren deutschen Hubs, während außereuropäische Airlines ihre Passagiere außerhalb Europas bündeln, und somit auf diesen Zubringerflügen ex-EU keine Emissionsabgaben zu leisten haben. Der Emissionshandel verteuert Angebote über deutsche und europäische Großflughäfen systematisch. Damit haben Deutschlands  und Europas Drehkreuze das Nachsehen und ist der Emissionshandel weiterhin weit davon entfernt, wettbewerbsneutral zu sein.

Hinzu kommt: Wenn die ICAO im Rahmen ihrer Vollversammlung im Oktober 2013 keine ausreichenden Schritte in Sachen weltweiter Emissionshandel beschließt, dann will die EU ihre Insellösung für alle in Europa startenden und landenden Flüge reaktivieren. Damit drohen erneut die Gefahr eines weltweiten Handelskrieges und weitere Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der deutschen und europäischen Airlines.