Lärmbelastung sinkt

Die Luftfahrt steht in einem Spannungsverhältnis zwischen den Mobilitätsbedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen und den Bedürfnissen der Flughafenanwohner, die unter der Lärmbelastung durch startende und landende Flugzeuge leiden. Die Fluggesellschaften nehmen deshalb die Sorgen der Flughafenanwohner sehr ernst und arbeiten seit vielen Jahren mit zahlreichen Maßnahmen beim aktiven und passiven Lärmschutz stetig an der Verringerung der Lärmbelastungen – mit Erfolg.

Beispiel aktiver Schallschutz: Durch Milliardeninvestitionen in neue Triebwerke, neue Flugzeuge oder bspw. die Nachrüstung der Flugzeuge mit sog. Winglets konnte die Lärmbelästigung der Flugzeuge in den zurückliegenden Jahrzehnten deutlich verringert werden. So belief sich bspw. noch in den 1980er Jahren die Lärmkontur einer Boeing 727-200 mit 85 dB(A) auf eine Fläche von 14,25 km2. Heute hat sich diese Lärmkontur für den gleichen Lärmpegel auf 1,55 km2 verringert, also um fast 90%.

Die Umsetzung des novellierten Fluglärmgesetztes erfordert in Deutschland an den meisten Flughäfen umfangreiche passive Schallschutzmaßnahmen. Hierfür werden seit 2012 und in den nächsten 10 Jahren Schutzmaßnahmen (Schallschutzfenster, Lüfter u.ä.) im Gesamtwert von rund 700 Mio. Euro im Umfeld der Flughäfen umgesetzt. Die Fluggesellschaften nehmen auch hier ihre Verantwortung wahr und kommen für diese Kosten über die Entrichtung von sog. Schallschutzentgelten selbst auf.

Lärmentgelte an den deutschen Flughäfen setzen darüber hinaus finanzielle Anreize zur Nutzung möglichst lärmarmer Flugzeuge. Das Prinzip ist einfach: Je lauter ein Flugzeugtyp desto höher ist das Lärmentgelt, das eine Fluggesellschaft für das Starten und Landen an einem Flughafen bezahlen muss – und umgekehrt.

Wichtig bei all diesen Maßnahmen: Die Rahmenbedingungen müssen für die Fluggesellschaften so gestaltet werden, dass sie die nötigen finanziellen Mittel für die erforderlichen Umweltinvestitionen aufbringen können. Hieran hapert es jedoch im Moment deutlich. Ein wichtiger Grund hierfür: Die deutsche Luftverkehrsteuer, die allein den deutschen Fluggesellschaften jährlich rund 565 Mio. Euro entzieht. Das ist Geld, das für Investitionen in lärm- und treibstoffarme Flugzeuge eine bessere Verwendung finden würde.